Eine provokante Überschrift – aber eine ernst gemeinte Frage an die Fachwelt:
⚡ Welches „vorhandene Konzept“ meint die SPRIND?
Als ich am 1. September 2025 ein Projekt bei der SPRIND einreichte, wurde es am 15. Oktober ohne Begründung abgelehnt.
Bei dem Projekt handelt es sich um eine Kraft-Wärme-Maschine, an deren Entwicklung ich – mit kurzen Unterbrechungen und mit Unterstützung der FH Schmalkalden – seit 2010 arbeite.
Im Jahr 2022 gelang es uns, durch die zusätzliche Nutzung von Wärmerückgewinnung den rechnerisch angestrebten Wirkungsgrad nahezu zu verdoppeln.
Die Technik ist als Ergänzung zu Photovoltaikanlagen gedacht. Mit ihrer Hilfe könnte die Lücke in der Stromversorgung, die dadurch entsteht, dass Photovoltaikanlagen im Winter nur einen Bruchteil der sommerlichen Strommenge erzeugen, mithilfe nachwachsender Rohstoffe geschlossen werden.
Im dezentralen Betrieb als Blockheizkraftwerk (BHKW), beispielsweise mit Holz- oder Miscanthuspellets, könnten Gebäude beheizt und gleichzeitig Strom erzeugt werden. Ziel der Entwicklung ist dabei ein angestrebter elektrischer Wirkungsgrad von bis zu 60 %.
Eine Nachfrage beim Wissenschaftsministerium ergab folgende Begründung:
„Nach Bewertung der SPRIND handelt es sich bei dem Projekt um eine sehr frühe Projekt- bzw. Ideenphase und derzeit ist kein Sprunginnovationspotential erkennbar, da es sich eher um eine inkrementelle (geringfügige) Weiterentwicklung eines vorhandenen Konzepts handelt.“
❓ Was denn nun?
Befindet sich das Projekt in einer sehr frühen Projekt- bzw. Ideenphase – oder handelt es sich um die geringfügige Weiterentwicklung eines bereits vorhandenen Konzepts?
Beides gleichzeitig als Ablehnungsgrund anzuführen, erscheint mir widersprüchlich.
Zwischen meiner Einreichung am 1. September und der Ablehnung am 15. Oktober lagen lediglich 44 Kalendertage, also gut sechs Wochen. Die SPRIND erklärt selbst, dass ihr eine detaillierte Betrachtung der Projektvorschläge äußerst wichtig sei. Der Einordnungsprozess dauere aktuell im Schnitt zwölf Wochen. Zudem gibt die SPRIND an, jede Einreichung ihren Expertinnen und Experten im Mehraugenprinzip vorzustellen und sorgfältig einzuordnen.
Im Jahr 2025 gingen bei der SPRIND 686 Projekteinreichungen ein. Bei rund 250 Arbeitstagen entspricht das im Durchschnitt etwa drei neuen Projektvorschlägen pro Arbeitstag.
❓ Was wurde in diesen sechs Wochen an meinem Projekt tatsächlich geprüft?
Wie kann eine Prüfung gleichzeitig zu dem Ergebnis kommen, das Vorhaben befinde sich noch in einer „sehr frühen Projekt- bzw. Ideenphase“ und stelle andererseits lediglich eine „geringfügige Weiterentwicklung eines vorhandenen Konzepts“ dar?
Gerade vor dem Hintergrund, dass an der Kraft-Wärme-Maschine bereits seit 2010 gearbeitet und das Konzept über Jahre weiterentwickelt wurde, ist die Einordnung als „sehr frühe Projekt- bzw. Ideenphase“ für mich zusätzlich schwer nachvollziehbar.
Aus den mir mitgeteilten Gründen kann ich nicht erkennen, wie intensiv und anhand welcher konkreten Kriterien sich die SPRIND mit meinem Projekt auseinandergesetzt hat.
Daraus entsteht bei mir der Eindruck, dass eine ausreichende inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Projekt nicht erkennbar ist.
Die SPRIND behauptet, mein Projekt sei lediglich die geringfügige Weiterentwicklung eines vorhandenen Konzepts. Welches vorhandene Konzept gemeint ist, nennt sie jedoch nicht.
Warum nicht?
Deshalb stelle ich die Frage öffentlich:
⚡ Welches konkrete vorhandene Konzept ist gemeint?
Wenn entsprechende Konzepte tatsächlich existieren, könnte ich sie bereits einsetzen. So könnten wir Häuser im Winter CO₂-neutral beheizen und zusätzlich den Strom erzeugen, den PV-Anlagen in den Wintermonaten nicht in ausreichendem Maße bereitstellen können.
Am 13. September 2026 schreibt Bundesforschungsministerin Dorothee Bär von einer „äußerst bedauerlichen Misskommunikation“. Gleichzeitig wünscht sie mir „weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung Ihres Projektes“.
Jedoch:
❓ Warum soll ich ein Projekt erfolgreich umsetzen, das es eigentlich nicht braucht, weil es laut SPRIND lediglich die geringfügige Weiterentwicklung eines bereits vorhandenen Konzepts ist – eines Konzepts, das man mir aber nicht nennen will?
Für mich ist das an Zynismus kaum zu überbieten.
🔎 Meine Frage richtet sich ausdrücklich an Fachleute aus Energietechnik, Kraft-Wärme-Kopplung, Motorenentwicklung, Forschung und Wissenschaft:
Wer kennt ein solches vorhandenes Konzept?
Konkrete Hinweise auf Anlagen, Patente, wissenschaftliche Veröffentlichungen oder vergleichbare Entwicklungen sind ausdrücklich willkommen.
#Energiewende #Energietechnik #BHKW #KraftWärmeKopplung #Photovoltaik #ErneuerbareEnergien #DezentraleEnergie #EnergyTech #DeepTech #SPRIND

 
 
 
 
 
 
 
Nach oben scrollen